Arbeitszeitfälschungen in Kärntner Transportunternehmen
vida fordert lückenlose Aufklärung der Rolle des Arbeitgebers bei den Arbeitszeitfälschungen in Kärntner Transportunternehmen.
Arbeitszeitfälschung
Ein neuer Skandal erschüttert die Transportbranche in Mittelkärnten: Bei einem Transportunternehmen wurden systematisch die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeitaufzeichnungen manipuliert. Mehr als 20 der 50 Beschäftigten sollen betroffen sein. Die Gewerkschaft vida zeigt sich alarmiert und fordert umfassende Aufklärung der Rolle des Arbeitgebers.
Arbeitsschutz ernst nehmen – Menschenleben stehen auf dem Spiel
„Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet im schlimmsten Fall Menschenleben“, zeigt sich Markus Petritsch, Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida, empört. Er macht deutlich, dass nicht nur die Fahrerinnen und Fahrer, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmenden durch solche Manipulationen erheblichen Gefahren ausgesetzt sind.
Beschäftigte sind mutmaßlich auch Opfer
„Diese Missachtung von ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen dient in erster Linie den wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers."
Petritsch weist darauf hin, dass die betroffenen Beschäftigten in diesem Fall nicht nur als Beschuldigte betrachtet werden dürfen. „Diese Missachtung von ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen dient in erster Linie den wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers. Die Fahrerinnen und Fahrer stehen unter enormem Druck und haben oft kaum eine Wahl“, betont Petritsch.
Gewerkschaft vida fordert verstärkte Kontrollen
Die Manipulationen zeigen ein generelles Problem in der Branche. Das Arbeitszeitgesetz regelt, dass in einem 17-Wochen-Durchrechnungszeitraum die durchschnittliche Gesamtarbeitszeit 48 Stunden nicht übersteigen darf. Diese Vorgabe basiert auf der EU-Arbeitszeitrichtlinie. „Natürlich kann die Einhaltung nicht einfach bei einer Verkehrskontrolle überprüft werden. Deshalb sind verstärkte Kontrollen durch das Arbeitsinspektorat unerlässlich“, fordert Petritsch.
Mit Betriebsrat wäre das nicht passiert
„Das Unternehmen hat genug Beschäftigte, um einen Betriebsrat zu gründen. Mit einer Arbeitnehmer:innenvertretung vor Ort wäre eine derartige Praxis mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert worden.“
Die Gewerkschaft vida ist sich sicher: Ein Betriebsrat hätte derartigen Missständen entgegenwirken können. „Das Unternehmen hat genug Beschäftigte, um einen Betriebsrat zu gründen. Mit einer Arbeitnehmer:innenvertretung vor Ort wäre eine derartige Praxis mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert worden“, erklärt Florian Klengl, zuständiger vida-Fachexperte.
Die vida fordert daher nicht nur eine lückenlose Aufklärung dieses Falls, sondern auch strukturelle Maßnahmen, um Manipulationen von Arbeitszeiten in Zukunft zu verhindern. Dazu zählen verschärfte Kontrollen, ein effektiverer Schutz für Beschäftigte und eine Stärkung betrieblicher Mitbestimmung.
Illegale Praktiken melden
Wenn sie selbst betroffen sind oder von solchen illegalen Praktiken wissen, wenden sie sich bitte jederzeit und selbstverständlich streng vertraulich an uns. Wir können einerseits rechtlich beraten und natürlich auch dabei unterstützen, die Missstände im Betrieb zu beenden.